Zwergscharbe vs Krähenscharbe
Microcarbo pygmaeus gegen Gulosus aristotelis
Ein Quiz mit Zwergscharbe und Krähenscharbe spielen
Zwergscharbe
Krähenscharbe
Kurz gesagt
Das zuverlässigste Feldmerkmal zwischen Zwergscharbe und Krähenscharbe ist die Gesamtstruktur: Die Zwergscharbe ist deutlich kleiner und kompakter, mit einem bemerkenswert längeren Schwanz und einem kürzeren, stämmigeren Schnabel, während die Krähenscharbe größer, schlanker ist und einen längeren, dünneren Schnabel sowie einen grünlichen Schimmer bei Erwachsenen zeigt. Juvenile und unreife Vögel können besonders verwirrend sein, aber der verhältnismäßig lange Schwanz der Zwergscharbe und das Fehlen eines gelben Halsflecks sind entscheidend. Im Flug wirkt die Zwergscharbe kurzhalsig und langschwänzig, während die Krähenscharbe schlanker erscheint mit einem spitzeren Schnabel. Der Lebensraum kann helfen: Die Zwergscharbe findet man im Binnenland an Seen und Flüssen, während die Krähenscharbe strikt küstlich ist.
Bestimmungstipps
- Größe und Struktur: Die Zwergscharbe ist deutlich kleiner, kompakter und hat einen verhältnismäßig längeren Schwanz und einen kürzeren Hals als die Krähenscharbe. Dies ist am offensichtlichsten, wenn sie sitzt oder im Flug ist.
- Schnabelform: Die Zwergscharbe hat einen kurzen, stämmigen Schnabel; die Krähenscharbe hat einen längeren, dünneren, spitzeren Schnabel. Die Schnabelform ist ein zuverlässiges Feldmerkmal in allen Altersstufen.
- Schwanzlänge: Der Schwanz der Zwergscharbe ist auffällig länger und keilförmig, oft reicht er weit über die gefalteten Flügel hinaus, wenn sie sitzt. Der Schwanz der Krähenscharbe ist kürzer und quadratischer.
- Halsfleck: Die Krähenscharbe zeigt immer einen gelben Halsfleck an der Basis des Schnabels, selbst bei juvenilen Vögeln. Die Zwergscharbe hat in allen Altersstufen kein Gelb im Gesicht oder am Hals.
- Federglanz: Erwachsene Krähenscharben haben einen metallisch grünen Glanz auf ihrem Gefieder, besonders in der Brutzeit, manchmal als 'grüne Scharbe' bezeichnet. Die Zwergscharbe ist matt dunkelbraun-schwarz ohne grünlichen Glanz.
- Haube: In der Brutzeit zeigen erwachsene Krähenscharben eine kleine Haube auf dem Kopf. Die Zwergscharbe hat niemals eine Haube.
- Unterseite (juvenile): Juvenile Krähenscharben haben dunklere Unterseiten, während juvenile Zwergscharben gleichmäßiger bräunlich-schwarz sind.
- Sitzverhalten: Die Zwergscharbe sitzt oft in Bäumen oder dichtem Bewuchs in der Nähe von Wasser. Die Krähenscharbe sitzt fast immer auf Felsen oder Klippen, selten in Bäumen.
- Lebensraum: Die Zwergscharbe findet man im Binnenland an Seen, Sümpfen und langsamen Flüssen; die Krähenscharbe ist strikt küstlich, an felsigen Ufern und Klippen. Sichtungen im Binnenland sind fast immer Zwergscharbe.
- Flugverhalten: Die Zwergscharbe im Flug wirkt kurzhalsig, langschwänzig und kompakt. Die Krähenscharbe hat einen längeren Hals, ist schlanker und zeigt einen spitzeren Schnabel und einen gelben Halsfleck, wenn sie gut zu sehen ist.
- Assoziationen: Die Zwergscharbe wird oft mit Reihern, Silberreihern und Löfflern in Süßwasserlebensräumen gesehen. Die Krähenscharbe ist normalerweise mit anderen Seevögeln an der Küste.
- Saisonaler Kontext: Wenn sie im Winter an einer Küstenklippe oder einer felsigen Insel gesehen wird, sind beide möglich, aber Lebensraum und Struktur bleiben zuverlässig. Im Binnenland zu jeder Jahreszeit ist die Krähenscharbe extrem unwahrscheinlich.
- Verwechslung mit Kormoran: Beide Arten sind kleiner und leichter als der Kormoran, aber die Krähenscharbe ist schlanker und hat einen dünneren Schnabel als sowohl der Kormoran als auch die Zwergscharbe.
- Gruppenverhalten: Die Zwergscharbe jagt und sitzt oft in Gruppen, manchmal mit anderen Wasservögeln. Die Krähenscharbe ist eher einsam oder in kleinen Gruppen auf Felsen.
- Fallstricke: Unreife Krähenscharben können matt und dunkel erscheinen, aber der gelbe Halsfleck und der schlankere, längere Schnabel sind immer vorhanden. Die Zwergscharbe zeigt niemals Gelb im Gesicht oder einen langen, dünnen Schnabel.
Größe
Die Zwergscharbe ist viel kleiner und leichter gebaut als die Krähenscharbe. Die Zwergscharbe misst 64–78 cm in der Länge [wikipedia], während die Krähenscharbe 68–78 cm lang ist [wikipedia], aber die Krähenscharbe ist voluminöser mit einer längeren Flügelspannweite (95–110 cm). Im Feld erscheint die Zwergscharbe deutlich kompakter und weniger gestreckt, mit einem kürzeren Hals und insgesamt kleinerem Volumen. Der längere, schlankere Körper und Hals der Krähenscharbe sowie der längere, dünnere Schnabel sind offensichtlich, wenn die beiden nebeneinander gesehen werden.
Gefieder
- Juveniles/immatures: Beide Arten sind insgesamt dunkel, aber juvenile Krähenscharben haben dunklere Unterseiten, während juvenile Zwergscharben den gelben Halsfleck fehlen und einen gleichmäßigeren bräunlich-schwarzen Ton haben. Für keine der beiden Arten wird in den Quellen ein auffälliges Oberflügelmuster erwähnt, sodass Struktur und Farbe der unbefiederten Teile für junge Vögel nützlicher sind.
- Erwachsene: Die Zwergscharbe ist insgesamt matt dunkelbraun-schwarz ohne grünen Glanz und hat kein Gelb im Gesicht. Erwachsene Krähenscharben haben einen metallisch grünlichen Glanz (besonders im Brutkleid) und einen gelben Halsfleck in allen Altersstufen. Brutkrähenscharben zeigen auch eine kleine Haube, die bei der Zwergscharbe fehlt. Die Schwanzfedern unterscheiden sich: Der Schwanz der Zwergscharbe ist länger und keilförmiger, während der der Krähenscharbe kürzer und quadratischer ist.
- Flug: Die Zwergscharbe im Flug wirkt kurzhalsig und langschwänzig, ohne offensichtliches Hell oder Gelb im Gesicht. Die Krähenscharbe im Flug hat einen längeren Hals, ist schlanker und zeigt einen gelben Halsfleck, wenn sie gut zu sehen ist.
Verhalten
Die Zwergscharbe sitzt oft in Bäumen oder dichtem Bewuchs in der Nähe von Binnengewässern, manchmal in Gruppen, und wird häufig mit Reihern und Silberreihern gesehen. Sie jagt in Gruppen und ist an menschlich veränderte Feuchtgebiete angepasst. Die Krähenscharbe ist strikt küstlich, wird fast immer an felsigen Ufern, Klippen oder auf See gesehen und sitzt selten in Bäumen. Krähenscharben sitzen oft auf Felsen oder niedrigen Klippen und sind weniger wahrscheinlich im Binnenland zu sehen. Beide Arten tauchen nach Fischen, aber die Zwergscharbe wird eher in Süßwasserlebensräumen und über Wasser sitzend gesehen.
Lebensraum
Der Lebensraum ist ein starker Trennfaktor: Die Zwergscharbe findet man an Binnenseen, langsamen Flüssen, Sümpfen und manchmal in Reisfeldern oder überfluteten Gebieten mit Bäumen und Sträuchern und meidet bergige, kalte oder trockene Regionen. Sie ist selten küstlich, außer im Winter, und bevorzugt dann Ästuare oder Barriereseen. Die Krähenscharbe ist strikt eine marine/küstliche Art, die an felsigen Küsten, Inseln und Meeresklippen in Westeuropa, Südeuropa, Südwestasien und Nordafrika brütet und überwintert. Sie wird nicht im Binnenland gefunden. Wenn Sie einen Kormoran im Binnenland sehen, ist es fast sicher keine Krähenscharbe.