Wiesenweihe vs Habicht
Circus pygargus gegen Astur gentilis
Ein Quiz mit Wiesenweihe und Habicht spielen
Wiesenweihe
Habicht
Kurz gesagt
Das zuverlässigste Feldmerkmal, um die Wiesenweihe von Habicht zu unterscheiden, ist die Gesamtstruktur und der Flugstil: Die Wiesenweihe ist viel schlanker, mit langen, schmalen, spitzen Flügeln und einem langen Schwanz, was ihr einen schwebenden, elastischen Flug verleiht, während der Habicht robust ist, mit breiten, abgerundeten Flügeln und einem kürzeren Schwanz, der für kraftvollen, direkten Flug geeignet ist. Die juvenile Wiesenweihe hat nicht das helle Halsband der Steppenweihe, ist aber immer noch schlanker und eleganter als jeder Habicht. Das adulte Gefieder ist ebenfalls charakteristisch: Der männliche Wiesenweihe ist hellgrau mit schwarzen Flügelspitzen und schwarzen sekundären Bändern, während der adulte Habicht blau-grau oben mit starken weißen Überaugenbändern und schwerer Bänderung unten ist. Die Größe ist ein wichtiger Hinweis – der Habicht ist fast dreimal schwerer und erscheint viel massiger. In sitzenden Ansichten kontrastieren die dicken Beine und der heftige Blick des Habichts mit der zarteren, langbeinigen Wiesenweihe.
Bestimmungstipps
- Struktur im Flug: Die Wiesenweihe ist schlank, mit langen, schmalen, spitzen Flügeln und einem langen Schwanz; der Habicht ist breitflügelig, kurzschwänzig und kräftig gebaut. Dies ist am offensichtlichsten im Seitenvergleich oder mit Erfahrung.
- Flugstil: Die Wiesenweihe fliegt niedrig mit schwebenden, elastischen Flügelschlägen, die Flügel in einem Dihedral; der Flug des Habichts ist tiefer, überlegter und weniger schwebend, mit einem 'Flap-Flap-Glide'-Muster und gelegentlichem Gleiten.
- Juvenile Unterseite: Die juvenile Wiesenweihe ist unten einheitlich rot-braun, mit einem schlichten Bauch und Unterflügeldecken; der juvenile Habicht ist variabel, hat aber immer einige Streifen oder Bänderungen unten, niemals schlicht rötlich.
- Adulte männliche Gefieder: Die Männchen der Wiesenweihe sind hellgrau mit schwarzen Flügelspitzen und schwarzen sekundären Bändern; die Männchen des Habichts sind blau-grau oben mit weißen Überaugenbändern und starker Bänderung unten.
- Verwirrung zwischen adulten Weibchen/juvenilen: Das Weibchen der Wiesenweihe ist oben braun, unten hellgelb-braun mit Streifen und Flecken und hat einen weißen Bürzel; das Weibchen/der juvenile Habicht ist oben braun, stark gebändert oder gestreift unten und hat keinen weißen Bürzel.
- Schwanzmuster: Beide Arten haben gebänderte Schwänze, aber der Schwanz des Habichts ist breiter und offensichtlicher, mit 3–5 dunklen Bändern; der Schwanz der Wiesenweihe ist länger und schlanker im Verhältnis.
- Augenfarbe: Juvenile Habichte haben blassgelbe Augen, Erwachsene orange; die Wiesenweihe zeigt diesen altersbedingten Farbwechsel der Augen nicht.
- Sitzhaltung: Der Habicht sitzt aufrecht mit dicken Beinen und heftigem Blick; die Wiesenweihe ist zarter, langbeinig und weniger aufrecht.
- Schnabel und Beine: Der Habicht hat einen großen, kräftigen Schnabel und dicke, robuste Beine; der Schnabel und die Beine der Wiesenweihe sind feiner.
- Lebensraum: Die Wiesenweihe ist fast nie in dichten Wäldern; der Habicht ist selten in offenen Feldern, außer während des Zuges.
- Melanistische Vögel: Melanistische Wiesenweihe sind sehr dunkel, aber immer noch schlank und langflügelig; der Habicht zeigt subtilere Farbvariationen, insbesondere in Asien, hat aber immer die gleiche Struktur.
- Überaugenbänder: Der Habicht (alle Altersstufen) zeigt starke weiße Überaugenbänder; die Wiesenweihe hat dieses Merkmal nicht.
- Zugzeit: Die Wiesenweihe ist ein Langstreckenzieher, der in den Wintermonaten aus den Brutgebieten abwesend ist; der Habicht ist eher ansässig.
- Sexueller Dimorphismus: Die Wiesenweihe zeigt starke Gefiederunterschiede zwischen den Geschlechtern; der Habicht weniger, aber die Weibchen sind viel größer als die Männchen.
- Häufige Fallstricke: Die juvenile Wiesenweihe wird am ehesten mit anderen Weihen verwechselt, nicht mit dem Habicht; der Habicht wird eher mit dem Sperber verwechselt, ist aber immer massiger und kräftiger als jede Weihe.
Größe
Die Wiesenweihe ist ein leichter Greifvogel (durchschnittliches Gewicht 315,5 g) mit einer Flügelspannweite von 97–115 cm und einer Länge von 43–47 cm. Der Habicht ist viel schwerer (durchschnittliches Gewicht 926 g), mit einer kräftigeren Statur. Im Feld erscheint der Habicht stämmig und breitbrüstig, mit einem dicken Hals und robusten Beinen, während die Wiesenweihe schlank, langflügelig und langschwänzig ist. Selbst ein kleiner männlicher Habicht ist merklich größer und massiger als jede Wiesenweihe, und der Unterschied ist besonders offensichtlich im Flug oder wenn sie nebeneinander sitzen.
Gefieder
Die juvenile Wiesenweihe ist unten einheitlich rot-braun, hat nicht das helle Halsband der Steppenweihe und zeigt einen schlichten Bauch und Unterflügeldecken ohne Flecken. Der juvenile Habicht ist oben braun und unten variabel, von fast weiß bis stark gestreift oder gebändert mit zimtbraun, hat aber immer einen gebänderten Schwanz (3–5 dunkle Bänder) und keine rostigen Töne auf der Unterseite. Der adulte männliche Wiesenweihe ist hellgrau mit schwarzen Flügelspitzen und schwarzen Bändern auf den Sekundärflügeln oben und unten, plus rostige Streifen auf Bauch und Flanken. Das adulte Weibchen der Wiesenweihe ist oben braun und unten hellgelb-braun mit Streifen und gefleckten Decken und hat einen weißen Bürzel. Der adulte Habicht ist blau- oder braun-grau oben mit starken weißen Überaugenbändern und dichter dunkler Bänderung unten; der Schwanz ist immer gebändert. Die Augenfarbe beim Habicht ändert sich von blassgelb bei juvenilen zu orange bei adulten. Melanistische Wiesenweihe sind selten, aber sehr dunkel, während der Habicht mehr klinale Variation zeigt, von blass bis fast schwarz, insbesondere in Asien.
Verhalten
Die Wiesenweihe jagt mit niedrigem, schwebendem, elastischen Flug über offenes Land, die Flügel in einem markanten Dihedral gehalten, und erscheint oft ternsähnlich in ihren sanften, eleganten Flügelschlägen. Der Habicht ist ein Waldjäger, der mit tiefen, überlegten Flügelschlägen und Gleitflügen fliegt, oft ein 'Flap-Flap-Glide'-Muster verwendet. Der Habicht kann während des Zuges gleiten, ist aber im Allgemeinen direkter und kräftiger im Flug, weniger schwebend als Weihen. Wenn er sitzt, sitzt der Habicht aufrecht, oft auf einem dicken Ast, mit einem heftigen Blick und dicken Beinen; die Wiesenweihe sitzt niedriger, erscheint zarter und wird selten in dichten Wäldern gesehen.
Lebensraum
Die Wiesenweihe brütet in großen offenen Gebieten – Graslandschaften, Sümpfen und Ackerland – über die Paläarktis und überwintert in Afrika und Südasien. Der Habicht ist ein Vogel der gemäßigten Wälder, der selten in offenes Land vordringt, außer während des Zuges. Wenn er in offenen Feldern oder Sümpfen gesehen wird, ist die Wiesenweihe viel wahrscheinlicher; in dichten Wäldern ist der Habicht die Standardart. Der Lebensraumkontext ist ein starker Hinweis, insbesondere in Kombination mit dem Flugstil.